Tatsächlich stellte ich irgendwann fest, dass mich mit den vielen, vielen Studenten in den gerammelt vollen Hörsälen der FU Berlin das gleiche Ziel verband: alle, alle wollten wir Germanisten werden. Vernünftigerweise tauschte ich dann (nach eigentlich zu vielen Semestern) ein Studium mit ganz, ganz vielen Kommilitonen gegen den Ausbildungsplatz mit ganz, ganz wenigen Mitstreitern ein und erlernte die Porzellanmalerei an der KPM Berlin, die damals noch STPM (Staatliche Porzellanmanufaktur) hieß.

Nach der Ausbildung -dann freiberuflich- bemalte ich mit grösster Freude so ungefähr alles, was sich bemalen ließ und mir in Auftrag gegeben wurde.

Einige Jahre später hatte dann meine malerische, und mitunter immer quirliger werdende Experimentierfreudigkeit zur Folge, dass meine freien Arbeiten zusehends dreidimensionaler wurden und mich beschlich ein wachsenes "Da-muss-ich-was-tun" Bauch-Gefühl.

Dieses Bauch-Gefühl setzte ich dann auch in die Tat um, schloss eine Ausbildung im Steinmetz- und Bildhauerhandwerk ab, arbeitete in diesem Beruf 12 Jahre, bis ich der Hektik Berlins den Rücken kehrte und nach Brandenburg auswanderte, um dort wieder

das Malen aufzunehmen. Obwohl mir das Arbeiten mit Hammer und Meissel immer noch sehr grosse Freude macht - den Verlockungen der Farbe erlag ich dann doch...

Ganz besonders die Illustration hat es mir in den letzten Jahren angetan: das Kino im Kopf malerisch oder zeichnerisch umzusetzen bereitet mir enormes Vergnügen!

Hhm... ich muss zugeben, dass ich digitale Gestaltungsmedien tatsächlich auch sehr schätze, sie sogar ausgesprochen gerne und häufig nutze (der Aufgabenstellung entsprechend), dennoch liegt meine Präferenz ganz klar im handwerklichen Bereich, wo Stift, Pinsel und Radiergummi herrschen.

Oh ja!